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Back into shape

Verstohlen sehe ich mich nach dem Jungen, schätzungsweise Student etc. Anfang/Mitte zwanzig um. Er ist auch an diesem Abend durch die halbe Stadt gelaufen, zu einem, nennen wir es bedeutenden Monument. Mp3-Player eingestöpselt, ein Tempo das eine gewisse innere Anspannung verrät, weil es ein wenig zu schnell ist um gemütlich zu sein. Wie ich.
Ich kenne mich dort nicht überdurchschnittlich gut aus, dachte mehrmals der Weg sei zu Ende, aber er, der mich auf halber Strecke überholt hat, wuselte sich immer irgendwo durch, gerade noch in Sichtweite. Zwischendrinn habe ich ihn verloren, folgte meinem halbwegs orientierungslosen Gefühl. Aber dann waren wir beide da, ich erntete auch einen verstohlenen Blick als ich ankam. Was natürlich vollkommen irrelevant ist.

Ich setzte mich auf die Stufen. Der Gedanke wie leicht es wäre ihn anzusprechen, sich auf was zu trinken zu einem der zahllosen Public Viewings zu setzten, durchstreifte meinen Kopf, ganz kurz. Ja, ich habe mich verändert. Das wäre Ablenkung gewesen, während der ich eigentlich das Haus verlassen hatte. Ich tat es nicht. Ich musste nicht auch noch so sein.

Stattdessen schaute ich aufs Wasser. Beobachtete die Strömung, sog die Schönheit dieses lauen, perfekten Frühsommerabends in mir auf und tat das, was jede gute Freundin getan hätte. Dieses "Alles ist gut, sieh dir doch mal an was du hast"-Gespräch, nur eben als innerer Monolog. Diese Art von Unterhaltung wo klar wird, wie viel fehlt. Was fehlt. Auch wenn es keiner ausspricht. Weil es keiner ausspricht.

Verlust. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es ist Lähmung, überdreht sein, Ruhe, Wut, Unverständis, Leugnung. Vor allem sich selbst gegenüber. Ich glaube nicht mehr, dass ich weggegangen bin um mich besser zu fühlen. Nein, ich glaube, ich musste diesen Moment für mich sein, dass die Erkenntnis sich endlich einstellen konnte. Es war, als flössen die Wassermassen nicht an mir vorbei, sondern als stürzte irgendwas auf mich herab. Ich wusste nun wie es war. Und statt mich darüber zu erschrecken war ich ganz ruhig. Weil es das war, worauf ich mich schon eine ganze Zeit lang hätte einstellen können, geöffnete Augen vorausgesetzt.

Joker.

12.6.10 20:22


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